PLA oder PETG: Welches Filament ist das richtige?

Nimm PLA für einfache, detailreiche Drucke, die drinnen bleiben. Nimm PETG für Teile, die robust sein, Wärme aushalten oder nach draußen sollen. Im Zweifel fängst du mit PLA an: Es ist das am einfachsten zu druckende Filament.

Zwei Filamentspulen, PLA und PETG, mit einem Versus-Zeichen dazwischen

Kurz gesagt: PLA ist einfacher zu drucken, steifer und zeigt feinere Details. PETG ist zäher, hält etwa 20 °C mehr Wärme aus und hält draußen länger, zieht aber mehr Fäden und braucht höhere Temperaturen. Beide kosten ungefähr gleich viel.

PLA und PETG im Vergleich

EigenschaftPLAPETG
DruckbarkeitAm einfachsten von allenEinfach, zieht aber mehr Fäden
Düsentemperatur190–220 °C230–250 °C
Betttemperatur50–60 °C70–90 °C
Wird weich ab etwa55–60 °C75–80 °C
ZähigkeitSteif, spröde, brichtZäh, biegt sich vor dem Bruch
AußeneinsatzSchlecht bei Sonne und HitzeGut
Wasser und ChemikalienMittelGut
Oberfläche und DetailsMatt oder seidig, sehr scharfGlänzend, etwas weichere Details
Dichte1,24 g/cm³1,27 g/cm³
Gehäuse nötigNeinNein

Die Temperaturen sind typische Bereiche. Starte immer mit den Werten auf deiner Spule, denn Marken und Mischungen unterscheiden sich.

Balkendiagramm mit Noten von 1 bis 5. Druckbarkeit: PLA 5, PETG 3. Feine Details: PLA 5, PETG 3. Steifigkeit: PLA 5, PETG 3. Zähigkeit: PLA 2, PETG 4. Hitzebeständigkeit: PLA 2, PETG 4. Außeneinsatz: PLA 1, PETG 4.
Unsere Bewertung von 1 bis 5, basierend auf den typischen Eigenschaften oben. PLA gewinnt beim Drucken, PETG bei der Haltbarkeit.

Festigkeit: Ist PETG stabiler als PLA?

Das kommt darauf an, was du unter stabil verstehst. PLA ist steif: Es biegt sich unter Last kaum und schneidet im einfachen Zugversuch oft genauso gut ab wie PETG. Es ist aber spröde und bricht, wenn es versagt, ohne Vorwarnung.

PETG ist zäh. Es gibt etwas nach, steckt Stöße weg und biegt sich eher, als dass es splittert. Außerdem verbinden sich die Schichten sehr gut. Für Clips, Halterungen, Werkzeughalter und alles, was herunterfällt oder verschraubt wird, hält PETG länger.

Hitzebeständigkeit

PLA wird ab etwa 55 bis 60 °C weich. Das klingt viel, aber ein dunkles Teil auf der sonnigen Fensterbank oder im geparkten Auto wird im Sommer wärmer und verzieht sich langsam. PETG bleibt bis etwa 75 bis 80 °C formstabil und reicht damit für die meisten sonnigen und warmen Orte. Für Teile direkt am Motor oder an der Heizung eignet sich keines von beiden.

Draußen und bei Nässe

Für draußen ist PETG die bessere Wahl. Es verträgt Wärme besser, nimmt kaum Wasser auf und hält Sonnenlicht lange aus, auch wenn Farben mit der Zeit verblassen können. PLA verzieht sich in der Sommersonne und wird mit der Zeit spröde. Für Teile, die jahrelang draußen bleiben, ist ASA noch besser geeignet, braucht aber ein geschlossenes Gehäuse.

Druckbarkeit

PLA

PLA druckt bei niedrigen Temperaturen, verzieht sich kaum und schafft Brücken und Überhänge gut. Es verzeiht kleine Fehler bei der Einstellung. Deshalb liefern die meisten Hersteller ihre Drucker mit PLA-Profilen und Probespulen aus.

PETG

PETG braucht höhere Temperaturen und neigt zum Fädenziehen. Mehr Retraction (Rückzug), eine etwas niedrigere Düsentemperatur und gute Kühlung helfen. PETG haftet außerdem extrem stark auf glattem PEI und Glas, manchmal so stark, dass die Oberfläche beschädigt wird. Nutze eine texturierte Druckplatte oder etwas Klebestift als Trennschicht.

Beide Materialien ziehen Feuchtigkeit aus der Luft, PETG leidet aber stärker darunter. Feuchtes PETG knistert beim Drucken, zieht viele Fäden und ergibt schwache Teile. Lagere es luftdicht mit Trockenmittel und trockne es, wenn die Drucke plötzlich schlechter werden.

Kosten

Standard-PLA und -PETG kosten pro Kilogramm meist ungefähr gleich viel. PETG ist etwa 2 % dichter: Ein Modell, das 100 g PLA braucht, braucht rund 102 g PETG. In der Praxis sind das wenige Cent pro Druck. Spezialvarianten wie Silk-PLA oder PETG mit Carbonfasern sind teurer.

Welches Filament solltest du nehmen?

PLA für

  • Deine ersten Drucke und Prototypen
  • Figuren, Modelle und Deko
  • Detailreiche Teile mit Überhängen
  • Alles, was drinnen und kühl bleibt

PETG für

  • Funktionsteile, Clips und Halterungen
  • Teile in Sonne, Auto oder warmen Räumen
  • Teile für draußen, zum Beispiel Pflanztöpfe
  • Teile, die herunterfallen oder sich biegen

Viele Maker haben beides im Regal: PLA für alltägliche Drucke und PETG für Teile, die etwas aushalten müssen. Wenn dein Drucker PLA zuverlässig druckt, ist PETG der logische nächste Schritt.

Häufige Fragen

Ist PETG stabiler als PLA?

PETG ist zäher: Es biegt sich, bevor es bricht, und verträgt Stöße, Wärme und den Einsatz im Freien besser. PLA ist steifer und hält im einfachen Zugversuch oft genauso viel aus, ist aber spröde und bricht plötzlich. Für Teile, die Stöße abbekommen oder sich biegen, ist PETG in der Praxis die stabilere Wahl.

Kann jeder 3D-Drucker PETG drucken?

Die meisten aktuellen Drucker schon. PETG braucht etwa 230 bis 250 °C an der Düse und 70 bis 90 °C am Druckbett. Bei Druckern, deren PTFE-Schlauch bis zur Düse reicht, solltest du höchstens etwa 240 °C einstellen.

Ist PETG wasserfest?

PETG nimmt kaum Wasser auf und eignet sich gut für feuchte Umgebungen und draußen. Ein gedrucktes Teil ist aber nur dann wasserdicht, wenn die Schichten dicht sind: mehr Wände, etwas höhere Temperatur und eventuell eine Versiegelung helfen.

Was ist günstiger, PLA oder PETG?

Standard-PLA und -PETG kosten pro Kilogramm meist ungefähr gleich viel. PETG ist etwas dichter, dasselbe Modell braucht daher etwa 2 % mehr Material.

Ist PETG lebensmittelecht?

Der Kunststoff wird für Lebensmittelverpackungen verwendet, ein 3D-Druck ist aber nicht automatisch lebensmittelecht. In den Rillen zwischen den Schichten können sich Bakterien halten, und auch Düse, Farbe und Zusätze spielen eine Rolle. Nutze normale PLA- oder PETG-Drucke nicht dauerhaft für Lebensmittel.